Ungewöhnlich alltäglich

Kaffeekannen, Bananen, Streichhölzer, Zahnbürsten und Paprikas – das Universum von HNRX, Innsbrucks bekanntestem Streetart-Künstler, besteht aus alltäglichen Gegenständen und Objekten. Und genau diese Dinge, die für gewöhnlich im Alltag untergehen, stellt der 24-Jährige in den Fokus. Im Interview erzählt er, wann er mit seiner Kunst begonnen hat, was es mit seinem Namen auf sich hat und vieles mehr.

Fotos: Raphael Pöham (alle)
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ie bist du zu Streetart gekommen?

HNRX: Ich war schon als Kind sehr künstlerisch und habe viel mit Papier und Bleistift gemalt. Allerdings fand ich es immer schon irgendwie beengend, drinnen Kunst zu machen. Deshalb wollte ich mit meiner Kunst nach draußen gehen und habe mit ca. 13 Jahren mit dem Sprayen begonnen. Danach ist diese Phase wieder abgeklungen und ich habe andere Dinge ausprobiert. Aber mit 16 habe ich wieder damit angefangen, draußen zu malen und zu sprayen.

 

Mit welchen Motiven hast du dich damals beschäftigt?

Ich habe immer schon recht „kitschige“ Sachen gemacht. Aber natürlich hat sich meine Kunst verändert – sie ist ja auch heute noch ständig im Wandel. Das passiert, glaube ich, ganz automatisch mit der persönlichen Entwicklung. Banale Gegenstände haben mich aber schon sehr früh fasziniert. 

 

Warum ein Pseudonym? 

Zum einen deshalb, weil ich nicht mich als Person, sondern meine Arbeiten in den Vordergrund stellen will. Außerdem hat Kunst für mich viel mit Freiheit zu tun. Deshalb habe ich mir die Freiheit genommen, mir einen Fantasienamen auszusuchen. Die Buchstaben HNRX sind aus dem Zeichnen entstanden, sie sind rein zufällig gewählt. 

 

Wo auf der Welt hast du schon überall gearbeitet?

Mehr oder weniger in ganz Europa: Portugal, Spanien, Frankreich, Niederlande, Belgien, Deutschland, Österreich, Italien, Ungarn, Polen etc. Ich reise eigentlich ständig umher, weil ich aus neuen Eindrücken, anderen Architekturen und auch anderen Künstlern viel Inspiration gewinne. Einer der interessantesten Orte ist und bleibt für mich aber London. Die Stadt ist groß, bietet viele Möglichkeiten und ist sehr offen für urbane Kunst. 

 

Österreich, London

Wie wählst du deine Motive aus?

Manchmal habe ich schon ein Motiv im Kopf, das ich umsetzten will, und manchmal kommt die Idee erst, wenn ich die Wand und die Architektur sehe. Grundsätzlich habe ich aber eine Sammlung an Motiven, die sich immer wieder in unterschiedlicher Form wiederholen. Je nach Leinwand überlege ich mir dann eine passende Komposition. Es kommt aber auch immer auf die jeweilige Situa­tion und die Möglichkeiten an. Je nachdem, welche Farben ich dabeihabe, wie groß die Fläche ist, etc. 

 

Lebst du von deiner Kunst?

Ja, absolut. Ich mache auch „Auftragsarbeiten“, aber auch die sind bei mir freie Arbeiten. Das heißt, ich mache nur meine eigenen Ideen und keine Auftragsmotive.  

 

Gehen dir auch manchmal Bilder in die Hose?

In die Hose geht im Grunde jedes Bild von mir, weil wirklich zufrieden bin ich nach dem Malen eigentlich nie. Dann lasse ich es eine zeitlang ­ruhen, und wenn ich es mir später wieder ansehe, dann finde ich es meistens doch ganz cool. Aber auch die Bilder, die mir wirklich nicht gefallen, sind wichtig. Danach weiß ich zumindest, wie ich es in Zukunft nicht mehr machen werde.